Publikation • 04.01.2022

Fakt oder Fake?

Neuer Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten klärt auf

Freie und unabhängige Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie. Sie beobachten das gesellschaftliche Zusammenleben, berichten über diese Beobachtungen, stoßen Diskurse an und begleiten Entwicklungen kritisch.

Fake News, Desinformationen und Verschwörungstheorien in den Medien haben nicht zuletzt in Zeiten der Pandemie deutlich an Relevanz vor allem innerhalb der sogenannten „sozialen Netzwerke“ gewonnen. Die Landesmedienanstalten registrieren hierbei Grenzverschiebungen, die höchst problematisch sind. Die Medienaufsicht bewegt sich in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Jugendschutz und Meinungsfreiheit. Beide Rechtsgüter haben Verfassungsrang und müssen in jedem Einzelfall sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Hier setzt der neue Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten an: Er liefert wissenschaftliche Einordnungen zu den aktuellen Themen „Desinformation“, „Fake News“ und „Verschwörungstheorien“ und bietet Einblicke in die Regulierungspraxis der Landesmedienanstalten. Es werden deren Medienbildungsaktivitäten gezeigt und exemplarisch Projekte, Qualifizierungsmaßnahmen sowie Beratungsangebote vorgestellt, welche die Medienanstalten gemeinsam oder in eigener Verantwortung vor Ort leisten, um eine aufgeklärte und kompetente Mediennutzung milieu- und generationenübergreifend zu erreichen.

In einem Beitrag würdigt der Direktor der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Bert Lingnau, die Bedeutung der Bürgermedien in Deutschland: „Bildung, kritisches Nachdenken, Reflexion und Veränderungen beginnen im Kleinen und Lokalen. Bürgermedien sind unmittelbare, unverfälschte und unzensierte Sprachrohre des lokalen Lebens. Sie sind ihren Zuhörenden, Zuschauenden und aktiv Nutzenden ausdrücklich verpflichtet. Die bewusste Distanz zum medialen Mainstream ist bei Bürgermedien Programm und Auftrag zugleich. Zur Förderung der Informations- und Nachrichtenkompetenz quer durch alle Altersklassen müssen Wissen über Medien und Geschichte vermittelt werden sowie sozial-, kulturwissenschaftliche und psychologische Kenntnisse. Gesellschaften sind darauf angewiesen, sich auf das zu verständigen, was wahr ist, denn nur so können sie dauerhaft existieren.“

Der neue Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten trägt den Titel „Fakt oder Fake? Jugendschutz, Medienkompetenz und Desinformation. Maßnahmen, Projekte und Forderungen“. Herausgeber ist die medienanstalten – ALM GbR (Berlin). Der Bericht ist hier abrufbar.

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