8/2010 vom 03.05.2010

Regionales Fernsehen in Ostdeutschland sehr beliebt

Landesmedienanstalten veröffentlichen Akzeptanzstudie

Mit der Studie „Akzeptanz und Bewertung des lokalen und regionalen Fernsehens in Ostdeutschland“ legen die fünf ostdeutschen Medienanstalten zum zweiten Mal die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsauftrages vor.

Diese hochinteressante Studie wird der Öffentlichkeit im Rahmen des Medientreffpunktes Mitteldeutschland 2010 erstmals vorgestellt und zwar

am Mittwoch, den 5. Mai 2010, ab 14.00 Uhr
in der Veranstaltung „Näher dran und glaubwürdig“
media city leipzig

Vor zwei Jahren konnten sie mit der von Wolfgang Seufert und anderen unter dem Titel „Gegenwart und Zukunft des lokalen und regionalen Fernsehens in Ostdeutschland“ publizierten Forschungsarbeit nachweisen, dass rund 80 Prozent aller Lokal-TV-Anbieter in Deutschland in den ostdeutschen Bundesländern beheimatet sind und machten deutlich, dass es sich mit dem ortsnahen Fernsehen dort um einen besonderen publizistischen Vielfaltsbeitrag handelt.

Mit der neuen Studie des Institutes für Marktforschung aus Leipzig wurde insbesondere die Zuschauerakzeptanz für lokales Fernsehen in den ostdeutschen Bundesländern analysiert. Dazu wurden in allen fünf Bundesländern Lokal-TV-Veranstalter mit einer technischen Reichweite von mindestens 10.000 angeschlossenen Haushalten in eine Befragungsaktion einbezogen.

Eine Vermutung, die auch ein Grund für diesen gemeinsamen Forschungsauftrag war, wird durch die Befragungen gleich mehrfach bestätigt: Die Akzeptanz, die Reichweite, die Nutzung und die Beliebtheit des lokalen Fernsehens sind in allen ostdeutschen Bundesländern sehr ähnlich – ebenso die wirtschaftliche Lage der Sender, ihre technischen Rahmenbedingungen und die Grundelemente ihrer Programmangebote. Der vermutete publizistische Vielfaltsbeitrag lässt sich durch die Befragungen ebenso klar bestätigen. Für dieses Mehr an lokaler Information sind die Zuschauer auch bereit, eventuelle qualitative Einschränkungen zu akzeptieren, ja sie bewerten sogar ganz im Gegensatz zu anderen privaten Fernsehprogrammen die Werbung im lokalen Fernsehen als sympathisch und wichtig. Weniger überraschend ist vielleicht, dass der durchschnittliche Lokal-TV-Zuschauer eher etwas älter ist, überraschend dagegen schon, wie oft und wie gern das lokale Fernsehen gesehen wird.

Für die fünf Medienanstalten sind diese Ergebnisse ein weiterer Hinweis darauf, diesen wichtigen publizistischen Vielfaltsbeitrag in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit zu stellen und mit dafür zu sorgen, dass die schwierigen wirtschaftlichen Parameter für lokales Fernsehen sich nicht weiter verschlechtern. Insbesondere bei der Digitalisierung und beim Zugang zu den Einspeisepunkten in die Kabelnetze gibt es die Notwendigkeit, lokales Fernsehen nicht nur materiell, sondern auch mit der Weiterentwicklung von gesetzlichen Rahmenvorschriften vor Benachteiligung zu schützen. Wobei die Erhaltung des publizistischen Vielfaltsbeitrages von Lokalfernsehen für die ostdeutschen Medienanstalten sicherlich weit über die eigenen Zuständigkeitsgebiete hinaus von Bedeutung ist.

Thüringer Landesmedienanstalt (TLM)

Medienanstalt Berlin Brandenburg (mabb)

Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA)

Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV)

Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM)