20/2005 vom 22.09.2005

DVB-T kommt nach Mecklenburg-Vorpommern - Vertragsunterzeichnung für das digitale Antennenfernsehen

Im Beisein von Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff vereinbarten am 21. September 2005 im Schweriner Schloss Joachim Lampe, Stellvertretender Intendant und Produktionsdirektor des NDR, Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, Dr. Uwe Hornauer, Direktor der Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern und Timo von Lepel, Mitglied der Geschäftsleitung Media&Broadcast bei T-Systems, die Einführung des digitalen Antennenfernsehens in Mecklenburg-Vorpommern. Über 60 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien kamen zur offiziellen Vertragsunterzeichnung in die Orangerie.

Der Vertrag sieht den Start von DVB-T in Mecklenburg-Vorpommern am 6. Dezember 2005 vor. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2005 löst damit das digitale Antennenfernsehen das analoge ab. Grund für die Umstellung ist die deutschlandweite Modernisierung der Übertragungswege. Die Fernsehzuschauer profitieren von der neuen Technologie durch zusätzliche Fernsehprogramme. Statt der drei Programme, die bisher über Antenne zu empfangen sind, bietet DVB-T sieben Programme: Das Erste, NDR mit dem Nordmagazin, rbb, MDR mit dem Schleswig-Holstein-Magazin, ZDF, Kinderkanal im Wechsel mit ZDFdoku und ZDFinfo im Wechsel mit 3sat. Zusätzlich wird der MHP-Datendienst ZDFdigitext bereit gestellt.

Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff bezeichnete den Einzug des digitalen Antennenfernsehens in Mecklenburg-Vorpommern als wichtiges „zweites Standbein" neben der Kabel- oder Satellitennutzung. Ein „zweites Standbein" sei DVB-T aber auch für die Rundfunkveranstalter. Die Antennenübertragung ermögliche eine direkte Erreichbarkeit der Fernsehzuschauer ohne Zwischenschaltung eines Kabelnetz- oder Satellitenbetreibers. Der Ministerpräsident wies darauf hin, dass private Sender sich nicht am Projekt DVB-T in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen und appellierte in seiner Rede an die privaten Programmanbieter: „Geben Sie sich einen Ruck und bewerben sich um die Frequenzen, die die Landesrundfunkzentrale ausschreibt!"

„Mit einer Versorgungsdichte von 90 Prozent steht Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze der Neuen Länder" sagte Joachim Lampe, Stellvertretender Intendant und Produktionsdirektor des NDR und betonte, dass bei DVB-T die richtige Antenne der Schlüssel zu gutem Empfang sei. Wer über eine Hausantenne verfüge, braucht nur eine Set-Top-Box zwischen Fernseher und Antenne zu setzen. Weiter kündigte Joachim Lampe an: „Unsere Landesprogramme werden ab dem 6. Dezember 2005 nicht nur in digitaler Qualität über Antenne, sondern auch über Satellit zu empfangen sein." Für das ZDF hob Dr. Andreas Bereczky hervor, dass die Unterzeichnung des Vertrags einen weiteren Schritt in Richtung eines bundesweit einheitlichen DVB-T Empfangs der Programme des ZDF darstellt. „DVB-T eröffnet uns neue Perspektiven: mehr Programme, eine bessere Bild- und Tonqualität sowie neue Nutzungsformen. Neben dem stationären Empfang werden Haushalte, die sich in Sendernähe befinden, unabhängig von Antennendosen portablen und mobilen Fernsehempfang haben."

Private Sender werden sich zum Starttermin voraussichtlich nicht an der Digitalisierung der Antenne in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen. Der Direktor der Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Uwe Hornauer, betonte, dass die LRZ den Dialog mit den privaten Programmanbietern fortsetze, um ihnen die Beteiligung am DVB-T-Regelbetrieb zu ermöglichen. Durch den Flächenausbau werde der DVB-T Erfolg auch in den Startinseln weiter gestärkt und damit perspektivisch für die Privaten attraktiver. Der erfolgreichen Umstellung auf digitalen Fernsehempfang geht eine Modernisierung der Senderstandorte Schwerin, Rostock, Marlow, Stralsund/Garz, Helpterberg, Wolgast und Heringsdorf voraus. „Die Einführung von DVB-T in Mecklenburg-Vorpommern ist für den Flächenausbau in Deutschland von besonderer Bedeutung. T-Systems nimmt diese Herausforderung gerne an, um für seine Kunden in weiteren Bereichen des Landes die Sendernetze bereits im Dezember 2005 in Betrieb zu nehmen", sagte Timo von Lepel, Mitglied der Geschäftsleitung Media&Broadcast bei T-Systems.