6/2006 vom 23.06.2006

7. Medientreff der Landesrundfunkzentrale

dies waren die wichtigsten Themen einer Tagung am 19. Juni 2006 in Rostock der Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Die Veranstaltung umrahmte den diesjährigen 7. Medientreff der LRZ und führte die Teilnehmer erstmalig in die Medienmetropole Rostock.

Zunächst widmete sich Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, dem Thema „Medien als Treiber der Globalisierung - Beobachtungen eines Gärtners im Treibhaus“. In seinem Vortrag gab er den Teilnehmern umfangreiche Einblicke in die sich rasant entwickelnde Medienwelt, zeigte, wo die neuen technischen Möglichkeiten an Grenzen regionaler Gegebenheiten stoßen, diese aber auf ihre Weise auch spielend übersteigen. Dabei bezog sich „regional“ zunächst auf die föderale Gesamtheit der Bundesrepublik - inzwischen aber spielt für unseren Medienmarkt zunehmend die Europäische Union eine große Rolle und nimmt den regional aufgestellten Medienwächtern inzwischen auch so manches Regulierungsinstrument aus den Händen.

In einer zweiten thematischen Runde sprach Prof. Dr. Klaus Beck von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zum Thema „Grenzen der Medienethik – am Beispiel des Hörfunks“, welches Grundlage für eine anschließende Podiumsdiskussion bildete. Unter Leitung von Dr. Uwe Hornauer, Direktor der Landerundfunkzentrale, diskutierten Repräsentanten in Mecklenburg-Vorpommern ansässiger Radiomacher anschließend über die Erkenntnisse und Thesen von Prof. Dr. Beck anhand ihrer alltäglichen Radiopraxis. Es nahmen teil für den NDR 1/Radio MV, Herr Joachim Böskens (Programmchef), für die Ostseewelle HIT- RADIO, Herr Marcus Japke (Moderator), vom einzigen nichtkommerziellen Lokalradio in M-V, LOHRO, Herr Michael Fengler ( Programmchef) und für den künftig in Wismar sendenden Newcomer „MotorFM“, Frau Mona Rübsamen (Programmchefin).

Am Ende des nachmittäglichen Programms ging Herr Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Institutes für Medienforschung an der Universität Hamburg, auf das Thema „Zugangsfreiheit“ zu Rundfunk. Was erwartet uns als Verbraucher in der Zukunft: freier Zugang zu allen Programmen oder Verschlüsselung und somit zusätzliche Gebühren neben den Rundfunkgebühren?

Auf dem sich anschließenden Sommerabend im Alten Stadthafen konnten neben Medienexperten auch zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßt werden u.a. Frau Landtagspräsidentin Sylvia Brettschneider, die Landtagsabgeordneten Angelika Gramkow und Siegfried Friese, der Chef der Staatskanzlei, Herr    Reinhard Meyer, die Oberbürgermeister von Schwerin und Rostock, der Direktor des Landesfunkhauses Schwerin sowie die Direktoren der Landesmedienanstalten, die in einer entspannten Atmosphäre bei guter Musik und kühlen Getränken die auf der Tagung aufgeworfenen Themen weiter diskutieren konnten.

In seinem Grußwort würdigte der Chef der Staatskanzlei die Entwicklung der privaten Rundfunklandschaft in Mecklenburg-Vorpommern mit den Worten  „…mit seinen knapp 20 Sendestandorten für privates lokales Fernsehen übertrifft Mecklenburg-Vorpommern nach der Zahl so manches westliche Flächenland“. Er hob hervor, dass diese Entwicklung der Rundfunklandschaft in unserem Land auch ein Verdienst der Landesrundfunkzentrale sei.