31/2016 vom 21.07.2016

Mehr Medienbildung für alle Generationen

Medienpolitische Forderungen von Medienaktiv M-V zeigen Wirkung

Die Medienpolitischen Forderungen von Medienaktiv M-V, des landesweiten Netzwerkes der Medienarbeit in Mecklenburg-Vorpommern, zeigen Wirkung. Die Forderungen nach mehr Medienbildung für alle Generationen in unserem Bundesland wurden Ende März 2016 auf einer Tagung in Schwerin mit verschiedenen Politikern des Landtages M-V diskutiert. Der Offene Kanal Fernsehen in Schwerin berichtete darüber:

mmv-mediathek.de/play/18312-medienaktiv-meets-politik.html.

Seitdem gab es weitere Gespräche mit führenden Politikerinnen und Politikern aus allen demokratischen Fraktionen.

Die Ergebnisse spiegeln sich in den verschiedenen Wahlprogrammen wider: Die CDU will medienpädagogische Konzepte in den Schulen vorantreiben, um eine höhere Lern- und Lehreffektivität zu erzielen. Digitale Bildung soll ein Gewinn für Schule, Hochschule und Kultur werden. Für DIE LINKE ist die Fähigkeit, digitale Medien und ihre Inhalte zu verstehen eine Grundvoraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und demokratische Teilhabe zu besitzen. Die Partei will deshalb prüfen, wie entsprechende Konzepte in den Schul-Lehrplänen Berücksichtigung finden können. Die FDP will sich dafür  einsetzen, dass in allen Schulen ein schnelles Internet sowie moderne Hard- und Software zur Verfügung stehen. Die Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will ebenfalls die Medienbildung an Schulen des Landes stärken und den Themen unserer digitalisierten Gesellschaft endlich einen angemessenen Stellenwert in der Landespolitik geben. Die SPD teilte Medienaktiv M-V in einem Schreiben mit, dass sie der Medienkompetenz-Förderung einen hohen Stellenwert einräume. Die „Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz in Mecklenburg-Vorpommern“ habe sich bewährt und solle fortgeführt werden.

Thema im Landtag

Auf der Sitzung des Landtages Mecklenburg-Vorpommern am 6. Juli 2016 wurde ab 17.43 Uhr insgesamt 45 Minuten über die Medienlandschaft sowie die Medienbildung in unserem Bundesland debattiert.

Helmut Holter, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, betonte, dass es individuelle und gesellschaftliche Medienkompetenz gebe. Medienaktiv M-V benenne die Defizite der Medienkompetenz-Förderung in M-V, man habe gemeinsam Schritte verabredet, um zu einer Verbesserung zu kommen: „DIE LINKE spricht sich für Medienbildungs-Angebote aus, die allen Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Alter, sozialer Lage und Regierung zur Verfügung stehen.“
Helmut Holters Rede finden Sie auf: www.youtube.com/watch?v=k5kBpgNAf44.

Patrick Dahlemann, Sprecher der SPD-Fraktion für Jugendkultur und Soziale Netzwerke/Neue Medien, lobte eine kürzlich im NDR ausgestrahlte Radiosendung, in der sich das Netzwerk Medienaktiv M-V vorstellen und ausführlich über seine Arbeit berichten konnte. Medienaktiv M-V habe in diesem Jahr eine Reihe hochkarätiger Veranstaltungen durchgeführt und die Landespolitik mehr für die „Medienkompetenz“ sensibilisiert: „Wir wissen doch auch, dass das ein Thema sein wird, was in der künftigen Legislatur bei allen demokratischen Fraktionen verstärkt eine Rolle spielen sollte und wird.“
Patrick Dahlemanns Rede finden Sie auf: www.youtube.com/watch?v=jHnWYRGhezM&feature=youtu.be.

Ulrike Berger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sagte, Medienbildung werde immer wichtiger: „Wir müssen bei der Medienbildung mit den aktuellen Entwicklungen auch Schritt halten. Und darum ist es zum Beispiel nicht besonders hilfreich, dass der ‚Rahmenplan Medienerziehung‘ in Mecklenburg-Vorpommern immerhin aus dem Jahr 2004 stammt und Auskunft darüber gibt, wie man Wandzeitungen gestaltet oder Hörfunksendungen, aber wenig zum Neuland ‚Internet‘ sagt.“
Ulrike Bergers Rede finden Sie auf: www.youtube.com/watch?v=VtneVe_eTAA&index=3&list=PLtQZqAmw5TTmn7cjXvdi-HOIoAN3dhsS0 (ab 2:14:25 h).

Vincent Kokert, Vorsitzender der CDU-Fraktion, führte aus, dass es gute Medienbildungs-Projekte im Land gebe, zum Beispiel die Medienscouts MV: „Ich finde das ganz genau richtig, Achtklässler auszubilden im Umgang mit modernen Medien, sie vor die Gleichaltrigen zu stellen und denen zu erklären, wo lauern die Gefahren. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir das auch so krisenfest machen, dass sie über die nächsten fünf Jahre dort eine Perspektive haben, vielleicht auch die Zuständigkeiten in einem Ressort vernünftig bündeln. Ich halte das jedenfalls für einen guten Weg, junge Menschen so an die neuen Medien heranzuführen. Das sollten wir landespolitisch auch unterstützen.“
Vincent Kokerts Rede finden Sie auf: www.youtube.com/watch?v=DOomKfKbf28.

Medienaktiv M-V wird seine Medienpolitischen Forderungen weiter an die Landespolitik herantragen. Die nächste Tagung des Netzwerkes findet am 5. Oktober 2016 in der Volkshochschule Rostock statt. Das Thema: Frühkindliche Medienbildung in M-V.

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