34/2019 vom 13.06.2019

Google und Facebook müssen reguliert werden

In Deutschland könnten die Landesmedienanstalten die Aufgabe übernehmen

Diskutierten über die mediale Kultur in Deutschland (v.l.): Torsten Haverland, Ulrike Kulling, Bert Lingnau (Moderation), Robert Weber und Christoph Wohlleben.

Diskutierten über die mediale Kultur in Deutschland (v.l.): Torsten Haverland, Ulrike Kulling, Bert Lingnau (Moderation), Robert Weber und Christoph Wohlleben.

Quelle: Florian Steffen

Auf Einladung der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern diskutierten gestern Medienexpertinnen und -experten im Schweriner Theater über die mediale Kultur in Deutschland und den Einfluss des Internets auf unser Denken.

Zum Auftakt sagte Marleen Janew, die Vorsitzende des Medienausschusses Mecklenburg-Vorpommern: „Die digitalen Herausforderungen, die uns im 21. Jahrhundert erwarten, sind smart und hart: smart, wenn ich an das Smartphone oder das Smarthome denke; hart, wenn ich mir die Herausforderungen zum Beispiel beim Datenschutz oder bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität vor Augen führe.“

In seiner Keynote hielt der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Heiko Geue, fest, dass sich die Medienwelt in einem radikalen Wandel befinde. Durch die zunehmende Konvergenz der Medien bestehe die Notwendigkeit, neue Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen. Unter anderem müssten sogenannte Intermediäre – also Unternehmen wie Google, Facebook und Twitter – reguliert werden: „Wie können wir sicherstellen, dass es nicht zu Diskriminierung kommt, wie können wir durchsetzen, dass offengelegt wird, nach welchen Kriterien ihre Algorithmen funktionieren? Dies muss transparenter werden. Das ist für uns ein riesengroßes Thema, es geht am Ende darum, wie wir unsere Demokratie schützen können.“

Dies wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion aufgegriffen. Robert Weber (Antenne MV), Christoph Wohlleben (Wismar TV), Torsten Haverland (Mitglied des Medienausschusses Mecklenburg-Vorpommern) und Ulrike Kulling (Bloggerin aus Rostock) debattierten über das Thema „Mediale Kultur in Deutschland. Wie verändert uns das Netz?“ Die Vor- und Nachteile sozialer Netzwerke sowie die künftige Verbreitung der Inhalte klassischer Medien im digitalen Raum wurden ebenso erörtert wie der Einfluss von Bloggern und Influencern auf die Meinungsbildung. Der Tenor: Die Vielfalt sei die wohl größte Errungenschaft des Netzes, aber (Umgangs-) Regeln seien wichtig für einen guten und zielführenden Diskurs.
Die Landesmedienanstalten könnten künftig die Aufsicht über Google, Facebook und Co. in Deutschland übernehmen, benötigten dafür jedoch eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung.

PM "Google und Facebook müssen reguliert werden" (79 KB)