21.08.2020

Schwerpunktstudie: Informationsverhalten während der Corona-Pandemie

Die Corona-Krise hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt und beeinflusst ihn seither nachhaltig. Damit einher geht ein deutlicher Anstieg des Informationsbedürfnisses der Bürgerinnen und Bürger. Um das Informationsverhalten während der Corona-Krise besser zu verstehen, haben die Medienanstalten im Rahmen der Mediengewichtungsstudie des Medienvielfaltsmonitors eine Schwerpunktstudie zu diesem Thema beauftragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die informierende Mediennutzung seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gestiegen ist. Die informierende Tagesreichweite im „Corona-Zeitraum“ liegt mit 95% elf Prozentpunkte höher als vor der Krise. Im Altersvergleich zeigt sich, dass vor allem die unter Vierzigjährigen im Corona Zeitraum deutlich häufiger als zuvor Medien zu Informationszwecken genutzt haben.

Das Fernsehen ist mit 63% informierender Tagesreichweite Spitzenreiter für Informationen während der Corona-Pandemie, gefolgt von Internet (58%), Radio (56%) und den Tageszeitungen (31,4%).

Den höchsten Zugewinn an informierender Tagesreichweite verzeichnet das Internet mit 19 Prozentpunkten, Fernsehen und Radio konnten jeweils gut 10 Prozentpunkte zulegen, wohingegen die Zunahme der informierenden Nutzung bei Tageszeitungen und Zeitschriften mit etwas mehr als 2 Prozentpunkten vergleichsweise gering ausgefallen ist. Allerdings handelt es sich bei über das Internet verbreiteten Informationen häufig um Content traditioneller Rundfunk- oder auch Printunternehmen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat zudem neue Online-Angebote wie z.B. Online-Kurse, Livestreams oder Websites mit Angeboten für Corona-Betroffene genutzt.

Die Reichweitengewinne des Internets spiegeln sich deutlich in der informierenden Nutzung von Intermediären. Jeder Zweite hat während der Corona-Pandemie Google, Facebook und Co. informierend genutzt. Das entspricht einer Zunahme der informierenden Tagesreichweite von 22 Prozentpunkten gegenüber dem Zeitraum vor der Pandemie.

Vier von fünf Personen in Deutschland geben an, dass es ihnen wichtig oder sehr wichtig ist, Informationen über die lokale Corona-Situation zu bekommen. Dieses Bedürfnis spiegelt sich auch deutlich in den Tagesreichweitengewinnen lokaler Medienangebote. Die meisten Menschen nutzen das Internet, das Radio und die Tageszeitungen, um sich über das lokale Geschehen zu informieren. Aber auch die informierende Tagesreichweite des Fernsehens konnte im Corona-Zeitraum deutlich zulegen.

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