11.12.2006

Medienwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Entwicklung, Stand und Perspektiven

Cover: Medienwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern
An Medien- oder Medienwirtschaft denkt man nicht, wenn man Mecklenburg- Vorpommern beschreiben wollte. Da stehen die Agrarwirtschaft, die Dienstleistungen der Tourismusbranche und selbst die Werftenindustrie noch weitaus eher im Vordergrund des Interesses. Und ohne jeden Zweifel gibt es auch für Mecklenburg-Vorpommern zwischen den Medienmetropolen Hamburg und Berlin gelegen, nicht nennenswerte Chancen auf Ansiedlung von größeren Unternehmen dieser Art, zumal die Branche fest gefügt und in den Metropolen gut verwurzelt zu sein scheint. Und dennoch sind in keinem noch so flachen Land Medien nicht vorstellbar. Sie existieren, denn auch in Mecklenburg-Vorpommern wird Zeitung gelesen, wird Radio gehört, ferngesehen oder im Internet gesurft. Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben die Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf Information, Bildung, Kul-tur und Unterhaltung und auf eine gewisse Vielfalt bei der Auswahl der von ihnen genutzten Medien. Es wird sie also immer geben: Die Medienwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Was aber macht sie genau aus, in welchen Bereichen ist sie wie aufgestellt, welche Probleme haben die dort tätigen Unternehmen, welche Zukunftschancen und welche nicht. Solche Fragen wurden bislang systematisch nicht untersucht, Aspekte der Medienwirtschaft tauchten in früheren Untersuchungen lediglich als Fußnote zur Kulturwirtschaft auf. Und über das Für und Wider einer wirtschaftlichen Filmförderung wurde in diesem Bundesland mehr gestritten, als tatsächlich bewegt. Von welcher Datenlage aber sollte auch ausgegangen werden, lohnt es sich überhaupt in diesem Bereich sich zu engagieren und wenn ja, wo genau, wie genau.

 

Die Landesrundfunkzentrale, die Landesmedienanstalt des Landes Mecklenburg- Vorpommern, hat mit der vorliegenden Studie erstmals versucht, diese Fragestellung zu systematisieren, die Daten zu erheben und am Ende gewisse Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Das eine oder andere Ergebnis mag nicht überraschen. Es zeigt sich aber auch, so marginal ist der Bereich nicht, über den wir hier reden. Und außerdem ist der Umgang mit Medien durchaus auch als etwas in die Zukunft gerichtetes anzusehen, et-was, dass Chancen und Türen öffnet und das unverzichtbar geworden ist in unserer beruflichen Welt ebenso wie in unserer Freizeit. Medienkompetenz gar ist eine Schlüsselqualifikation sowohl für das partizipatorische Miteinander und damit ein unverzichtbares Element zur Demokratiebildung als auch für die Teilhabe, die Teilhabe an beruflichen Möglichkeiten sowie an alltäglichen kulturellen Angeboten. Insofern ist eine Antwort zwingend: Es lohnt sich immer, auch auf die Medienwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ein waches Auge zu richten.


Dr. Uwe Hornauer
Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern
 

MedWirt_final_A4einzeln (1.36 MB)