28.05.2010

Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Jahresbericht 2009

Eine aktuelle Bestandsaufnahme

Cover: Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Jahresbericht 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie vielleicht noch unseren alten Namen Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern (LRZ) im Kopf und konnten ihn bis heute nicht daraus verbannen? Kein Wunder, dieser Name ist schön sperrig gewesen und lässt sich – hat man ihn einmal verinner­licht – nicht so leicht aus dem Gedächtnis löschen. Aber wir heißen jetzt tatsächlich Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV). Das neue Rundfunk­gesetz Mecklenburg-Vorpommern, im Dezember 2009 im Schweriner Landtag beschlossen, hat dies festgelegt.
Für diesen Jahresbericht standen wir also vor der Frage: Titeln wir noch mit Landesrundfunkzentrale, denn 2009 hießen wir ja noch so, oder verwenden wir gleich den neuen Namen Medienanstalt. Wir entschieden uns für Letzteres. Denn die Bezeichnung Landesrundfunkzentrale erschien uns aus guten Gründen überholt – schließlich besteht die moderne, digitale Medienwelt längst nicht mehr nur aus Rundfunk – und zudem ist der Name Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern längst ein fester Begriff in der regionalen und bundesweiten Medienwelt geworden.
Was waren 2009 unsere Arbeitsschwerpunkte? Wir analysierten erneut die Medien- und IT-Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu erschien ein umfangreicher Studienband, eine genaue Standortanalyse zur Lage der Medienwirtschaft im Land. Bereits 2007 war zu diesem Thema ein erster Forschungsband veröffentlicht worden. Ein offener Punkt bleibt auch nach der neuen Studie: Noch immer gibt es keine flächendeckende Breitband-Internet-Versorgung im Land, insbesondere im dünner besiedelten ländlichen Raum.
2009 wurde ebenfalls eine umfangreiche Evaluation zur Entwicklung des privaten Rundfunks in Mecklenburg-Vorpommern seit 1992 erarbeitet, die auf unserem Medientreff am 10. Juni in Schwerin vorgestellt und diskutiert wurde. Zu beiden Studien finden Sie Artikel hier im Jahresbericht.
Im Verlauf des Jahres 2009 förderte die Medienanstalt insgesamt 26 Medienkompetenzprojekte in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 260 000 Euro – so viel wie nie zuvor. Unterstützt wurden erneut vor allem Projekte, die Kinder und Jugendliche medienpädagogisch in die Welt der elektronischen Medien begleiten. Außerdem gab es erstmals spezielle Angebote in Schulen, um Eltern und Lehrer im Umgang mit dem Internet weiterzubilden. Nähere Informationen stehen auf Seite 25.
Apropos Internet: 2009 überarbeitete die MMV ihre Homepage und begann damit, auch die Internet-Auftritte der Offenen Kanäle umzugestalten. Zudem wurde die Organisation der MMV ein wenig umstrukturiert und ein neues Referat für Medienkompetenz, Offene Kanäle und Öffentlichkeitsarbeit gebildet, um diese wichtigen Aufgaben zu bündeln und die Pressearbeit zu verbessern.
Die bewährte Zusammenarbeit mit den drei anderen norddeutschen Landesmedienanstalten hat im September 2009 auf dem Gebiet des Jugendmedienschutzes ein besonderes neues Projekt hervorgebracht: das Internet-Projekt »juuuport«, die erste Internet-Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche. Auf dieser neuen Plattform beraten Jugendliche andere Jugendliche, wenn sie Probleme im oder mit dem Internet haben, z. B. wenn sie Opfer von Hass- oder Mobbing-Aktionen werden. Auch juuuport stellen wir Ihnen hier im Jahresbericht genauer vor.
Und die lokale Fernsehlandschaft? Im ­November 2009 genehmigte die Medienanstalt dem Anbieter neu’eins GmbH aus Neubrandenburg die Nutzung weiterer Rundfunkkabelanlagen im Gebiet Strasburg-­Pasewalk-Ueckermünde. Die neu’eins GmbH erreicht nun etwa 85 000 Wohneinheiten und ist, bezogen auf die flächenmäßige Reichweite, der größte lokale TV-Veranstalter. Das Regionalprogramm rügencampus wird seit Dezember 2009 als landesweit erstes Regionalprogramm digital in das Kabelnetz Rügens eingespeist. Die Digitalisierung macht also langsam Fortschritte.

Dr. Uwe Hornauer
Direktor

MMV-Jahresbericht_2009 (3.08 MB)