26.05.2011

Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Jahresbericht 2010

Eine aktuelle Bestandsaufnahme

Cover: Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Jahresbericht 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

im Jahr 2011 wird die Medienanstalt Mecklenburg-­Vorpommern 20 Jahre alt. »Manchen Menschen würden Weihnachtskataloge, Zeitungsannoncen und zu Mundwassern, Seife, Thermosflaschen, Petroleumöfen usw. beigepackte Erklärungen und Referate als lebenslängliche Lektüre vollauf genügen«, ironisierte Christian Morgenstern einst die Lesegewohnheiten seiner Zeitgenossen. Diese sehr speziellen Druckerzeugnisse genügen uns und Ihnen heute natürlich nicht. Deswegen lohnt es sich, diesen Jahresbericht zur Hand zu nehmen und nicht nur durchzublättern, sondern vielleicht tatsächlich zu lesen.
Denn der Bericht ist etwas Besonderes: Nicht nur das Jahr 2010 wird in einer Rückblende beleuchtet, sondern wir blicken in einem Sonderteil auf die vergangenen 20 Jahre der Medienanstalt zurück. Womit fing alles an? Wer traf im Medienausschuss (damals Landesrundfunkausschuss) die Entscheidungen? Wie entwickelte sich – auch durch die Förderung der Medienanstalt – die private Hörfunk- und Fernsehlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern? Mancher wird sich auf einem alten Foto wiederentdecken und sagen: »Mensch, so lange ist das schon wieder her!« Ja, tatsächlich.

2010 war ein Jahr voller Neuerungen und Veränderungen. Die Landesrundfunkzentrale wurde in »Medien­anstalt« umbenannt. Außerdem evaluierte Prof. Dr. Roland Rosenstock von der Universität Greifswald die Ergebnisse der »Vereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz«, die 2007 zwischen der Staatskanzlei, dem Bildungsministerium, dem Sozialminis­terium und der Medienanstalt getroffen worden war und im Jahr 2010 endete. Ergebnis der Evaluierung: Die ­Medienkompetenz-Netzwerke im Land wurden ausgebaut und gestärkt. Die Landesregierung begrüßte den Erfahrungsbericht und beschloss eine Fortschreibung der Vereinbarung. Die weiterentwickelte »Rahmenvereinbarung« wurde wieder ressortübergreifend von den vier Institutionen erarbeitet und im Frühjahr 2011 unterzeichnet. Lesen Sie dazu die Seiten 6 bis 9.
2010 gab es erstmals gemeinsame Lokalfernsehtage für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – organisiert von den zuständigen Landesmedienanstalten und den Landesverbänden der Lokalfernsehanbieter. Inhaltlich ging es vor allem um neue Vermarktungsmodelle, die den Sendern bessere wirtschaftliche Chancen eröffnen (siehe Seite 14). Im Jahr 2011 wird es wieder gemeinsame Lokalfernsehtage mit unseren südlichen Nachbarn geben.
Neben der bereits erwähnten Studie zur Medienkompetenz-Förderung in Mecklenburg-Vorpommern beteiligte sich die MMV federführend an einer Studie zur Akzeptanz der regionalen und lokalen Fernsehveranstalter in Ostdeutschland. Diese zusammen mit den anderen ostdeutschen Landesmedienanstalten herausgegebene Untersuchung stellte fest: Das Lokal-TV in Ostdeutschland ist sehr beliebt und leistet einen wichtigen publizistischen Vielfaltsbeitrag.

In den Offenen Kanälen des Landes, die sich in Träger­schaft der MMV befinden, wurden bessere Programm­strukturen eingeführt. Der Schwerpunkt der Arbeit in den Offenen Kanälen ist nun die Vermittlung von ­Medienbildung und Medienkompetenz. Sendungen, die bei rok-tv und NB-Radiotreff 88,0 produziert werden, sind nun über eine Online-Mediathek (www.mmv-­mediathek.de) weltweit abrufbar. Von Dezember 2010 bis Mai 2011 evaluiert das Berliner Institut Goldmedia die Arbeit der Offenen Kanäle seit ihrer Gründung. Die Ergebnisse werden im Mai/Juni 2011 vorgestellt.

Im September 2010 erhielt Radio TEDDY (Potsdam) eine Sendelizenz für Schwerin. Klassik Radio darf künftig in Stralsund und Wismar senden. Außerdem wurden die Zulassungen diverser Radio- und Fernsehsender erweitert, verlängert oder neu erteilt. Die Medienlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern bleibt somit vielfältig und spannend.

Dr. Uwe Hornauer
Direktor

MMV-Jahresbericht-2010 (2.67 MB)