23.06.2011

Evaluierung der Offenen Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern seit 1996

Forschungsbericht. Schriftenreihe der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Band 3

Cover: Evaluierung der Offenen Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern seit 1996

 

Vorwort

Vor rund fünfzehn Jahren wurde der erste Offene Kanal in Mecklenburg-Vorpommern gegründet: NB-Radiotreff 88,0 in Neubrandenburg. Kurze Zeit später kam der Rostocker Offene Kanal Fernsehen (rok-tv) hinzu. Zwischenzeitlich wird das Land nahezu flächendeckend mit der Arbeit der Offenen Kanäle erreicht: über die neu hinzugekommenen Standorte Schwerin,
Greifswald, Malchin – insbesondere aber durch die aufsuchende Arbeit der beiden Medientrecker für Radio und TV sowie die über das Internet angebotene Mediathek. Daneben wird die Arbeit der durch die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern getragenen Offenen Kanäle im Lande ergänzt durch einen zwar von der Medienanstalt unterstützten, aber organisatorisch selbstständigen nichtkommerziellen Radiosender, das Lokalradio Rostock (LOHRO).

Während die Arbeit der kommerziellen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter immer wieder Gegenstand von Qualitäts- und Reichweitenstudien gewesen ist, hat die Arbeit der Offenen Kanäle beziehungsweise der Bürgermedien in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nie im Mittelpunkt einer eigenen solchen Erhebung gestanden. Mit der vorliegenden Studie soll diese Lücke geschlossen werden. Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat dabei
bewusst ein externes Institut für die Evaluierung eingesetzt, nicht zuletzt auch um die Arbeit der Offenen Kanäle Mecklenburg-Vorpommerns in den Kontext anderer Bürgermedien in den deutschen Bundesländern stellen zu können. Die Erkenntnisziele, die die Medienanstalt für Goldmedia formulierte, waren insbesondere:

- Wie hat sich die Arbeit der Offenen Kanäle über die letzten 15 Jahre entwickelt?
- Welche Veränderungen haben sich ergeben?
- Welche Schwerpunkte sind heute erkennbar?
- Wie ist das heutige Angebot der Offenen Kanäle zu beschreiben, wie sehen die Programmdaten aus?
- Wie zufrieden sind die Nutzerinnen und Nutzer mit den Angeboten ihrer Bürgermedien?

Und ausgesucht an zwei Beispielen wollten wir auch wissen:
Wie zufrieden sind Hörer oder Seher dieser bürgermedialen Angebote in Rostock und in Neubrandenburg? Wobei wir dabei das Angebot des „freien“ Lokalradios Rostock bei der Betrachtung immer mit einbezogen haben wollten.

Interessiert haben uns auch mögliche Vergleiche mit anderen Bürgermedienangeboten in den Nachbarbundesländern und ganz besonders die Frage: Sind daraus Konsequenzen für zukünftige Entwicklungen der Arbeit der Offenen Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen?

Die vorliegende Studie von Goldmedia, erstellt vom 01. Dezember 2010 bis zum 31. Mai 2011, geht auf all diese Fragestellungen und Aspekte ein und fördert teilweise überraschende Erkenntnisse zu Tage. Letztendlich wird die eine oder andere Weichenstellung der letzten Monate bestätigt, oder es wird ermuntert, den einen oder anderen Weg weiterzugehen. An der einen oder anderen Stelle sind für die Umsetzung allerdings auch Hindernisse zu erkennen, etwa bei den Finanzierungsmöglichkeiten durch die Medienanstalt, die deutlich an ihre Grenzen gekommen sind, und in einigen Teilbereichen könnte auch die Frage gestellt werden, ob der Gesetzgeber seinen Auftrag an die Medienanstalt für die Bürgermedien präziser fassen könnte beziehungsweise ob genügend Spielraum für eine adäquate zeitgemäße Entwicklung gegeben ist. Dafür bietet die Studie von Goldmedia Nachdenkenswertes und lohnende Anregungen für die Diskussion.

Schwerin, im Juni 2011

Dr. Uwe Hornauer
Direktor der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV)