Medieninformation • 28.10.2008 • Neubrandenburg

Finanzmarktkrise - Ursachen und Auswirkungen - Interview mit Timm Meike

Die Deutschen wollen ihren Staat zurück, und das nicht erst seit der Finanzkrise. 70 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa stimmten Mitte 2008 der Aussage zu, dass man in einer globalisierten Gesellschaft einen starken Staat brauche. Der Wille der Bevölkerung scheint in Berlin die politischen Führungsschichten nicht zu erreichen. Seit über 10 Jahren zieht sich der Staat aus seiner Aufgabe, die Wirtschaft zu steuern und so Wohlfahrtsstaatlichkeit zu ermöglichen, zurück. Die zum Beispiel im neuesten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ablesbaren Folgen werden mit Bedauern zur Kenntnis genommen, Konsequenzen folgen nicht.

Durch die Vorstellung eines alles beherrschenden Standortwettbewerbes waren und sind auch sozialdemokratische Politikerinnen und Politiker unter anderem dazu bereit, die steuerpolitischen Mittel für Verteilungsgerechtigkeit zu schleifen und Finanzmarktprodukte für eine Gewinnverlagerung aus der Realwirtschaft in den Finanzmarkt zuzulassen.

Timm Meike hat als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag hautnah miterlebt, wie Gesetze geschaffen und verändert wurden, welche das Bilden von solchen Finanzblasen auf dem Finanzmarkt gefördert haben. Hedge-Fonds, also Investmentfonds mit besonders hohen Risiken, wie sie im Finanzmarktförderungsgesetz von 2003 heißen, sind dafür ein Paradebeispiel. Dadurch, dass sie sich unbegrenzt Geld leihen dürfen, tragen sie extrem zum Aufbauschen der Finanzblase bei.

Gesendet wird das Interview auf NB-Radiotreff 88,0 am Sonntag, 02.11.2008 um 19.00 Uhr und am Dienstag, 04.11.2008 um 12.00 Uhr.

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