Publikation • 09/2026 vom 13.03.2026

#FollowMe!? — Social Media, Influencing und Verantwortung

Neuer Jugendmedienschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten veröffentlicht

Influencerinnen und Influencer prägen heute, was junge Menschen denken, wie sie leben und welche politischen Haltungen sie übernehmen. Social Media ist dabei weit mehr als Unterhaltung: Algorithmen strukturieren unsere Öffentlichkeit, Plattformen fungieren zugleich als Informationsquelle, Bühne, Werberaum und sozialer Erfahrungsraum. 

Kinder und Jugendliche wachsen in dieser digitalen Lebenswelt auf und erhalten Orientierung oft nicht von klassischen Medien, sondern von Persönlichkeiten mit großer Reichweite und starker emotionaler Bindung — manchmal ohne die journalistischen Standards, die wir von etablierten Informationsquellen erwarten. 

Der neue Jugendmedienschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 der Landesmedienanstalten, der heute auf der Bildungsmesse didacta in Köln vorgestellt wurde, analysiert diese Veränderungen umfassend. Er vereint aktuelle Forschung, rechtliche Bewertungen und praxisnahe Projekte aus ganz Deutschland und legt dar, wie Influencing funktioniert, welche Rolle algorithmische Mechanismen und Geschäftsmodelle spielen und mit welchen politischen und kommerziellen Strategien die Öffentlichkeit beeinflusst wird. Neuere Phänomene wie virtuelle Influencer und KI-generierte Inhalte werden ebenso behandelt wie kontroverse Debatten um Altersgrenzen, Social‑Media‑Verbote und die Wirksamkeit von Altersverifikation. 

Im Mittelpunkt des Berichts steht die Frage, wie Schutz und Teilhabe in Einklang gebracht werden können. Welche regulatorischen Antworten sind sinnvoll, welche rechtlichen Rahmenbedingungen brauchen Anpassungen, und inwieweit leisten Kennzeichnungspflichten oder Plattformregeln tatsächlich Schutz? Der Band widmet sich außerdem Gefährdungsfeldern wie digitaler Gewalt und Extremismusprävention und prüft, welche Maßnahmen in der Praxis wirksam sind. 

Gleichzeitig bietet der Bericht konkrete Ansätze zur Stärkung von Medienkompetenz: Zahlreiche Best‑Practice‑Beispiele aus der Bildungsarbeit zeigen, wie Jugendliche befähigt werden können, Inhalte kritisch zu bewerten, algorithmische Prozesse zu verstehen und soziale Medien reflektiert zu nutzen. Damit richtet sich die Publikation an Politik, Aufsicht, Pädagogik und Wissenschaft — und an alle, die sich eine fundierte Grundlage wünschen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich Social Media und Influencing einzuordnen und Handlungsoptionen für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz zu entwickeln.

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